Anbaugeräte„Wir bauen Verläss­lich­keit“

Jean-Michel Petit leitet das John Deere Werk in Arc-Lès-Gray. Dort entstehen Rund­bal­len­pressen, Front­lader und Kompo­nenten für andere John Deere Fabriken. Im Inter­view erklärt er, wie das Werk mit einer modernen Ferti­gung, zufrie­denen Mitar­bei­tenden und stän­diger Verbes­se­rung den größten Nutzen für Kunden erreicht.

Herr Petit, warum ist das John Deere Werk in Arc-Lès-Gray für Land­wirte wichtig?

Wir bauen Maschinen, die Kunden bei ihrer tägli­chen Arbeit optimal unter­stützen. Land­wirte stehen unter dem Druck, produk­tiver zu werden und gleich­zeitig die Betriebs­kosten im Blick zu behalten. Unsere Rund­bal­len­pressen und Front­lader entlasten sie, indem sie zuver­lässig und sehr effi­zient arbeiten. Diese Qualität und das Vertrauen in die Technik bauen wir jeden Tag für unsere Kunden. Das fängt beim Entwi­ckeln und Testen der Maschinen im Feld an und geht über die Produk­ti­ons­pla­nung bis hin zur finalen Ferti­gung.

Die breite Aufstel­lung hilft uns dabei, saiso­nale Schwan­kungen auszu­glei­chen.

Jean-Michel Petit

Was wird hier in Arc-Lès-Gray alles produ­ziert?

Die Rund­bal­len­pressen der Serien M und R sowie die Vari­anten mit inte­grierter Wickel­funk­tion und alle Front­lader-Modelle werden hier gebaut. Für das John Deere Werk in Mann­heim produ­zieren wir außerdem Abgas­rei­ni­gungs­sys­teme sowie Front­kraftheber und für die Fabrik in Zwei­brü­cken Schräg­för­derer für die Mähdre­scher. Diese breite Aufstel­lung hilft uns dabei, saiso­nale Schwan­kungen auszu­glei­chen, denn fast 80 Prozent unserer Ballen­pressen werden vor Mitte April ausge­lie­fert. Zwischen November und März ist Hoch­be­trieb in Arc-Lès-Gray, da stellen wir rund 250 zusätz­liche Mitar­bei­tende ein. Die meisten von ihnen kommen jedes Jahr für sechs bis zehn Monate und einige arbeiten in der Zwischen­zeit auf ihren land­wirt­schaft­li­chen Betrieben.

Dadurch haben wir in der Produk­tion Menschen, welche die Maschinen nicht nur bauen, sondern auch wissen, worauf es im Einsatz später ankommt. Der Weg zwischen Werk und Feld ist kurz hier auf dem Land, das ist ein echter Vorteil für uns!

In Arc-Lès-Gray werden Rund­bal­len­pressen der Serien M und R herge­stellt, darunter auch Modelle mit inte­grierter Wickel­vor­rich­tung, …

… sowie das gesamte Sorti­ment an Front­la­dern gebaut.

Viele Mitar­bei­tende kennen also die Perspek­tive der Land­wirte gut – aber wie zeigt sich das im Produk­ti­ons­alltag?

Wir denken jede Entschei­dung vom Kunden her, so dass wir die perfekte Qualität zur rich­tigen Zeit liefern. Konkret kann ich das an unserem „Daily Escala­tion System“ erklären, das wir vor einigen Jahren einge­führt haben. Gibt es ein Problem in der Ferti­gung, wird es sofort gelöst. Wenn das nicht möglich ist, bespre­chen wir es um 9.45 Uhr in einer tägli­chen Runde aus Ferti­gung, Quali­täts­si­che­rung, Produk­ti­ons­in­ge­nieuren und Customer Support. Klingt simpel, aber damit verhin­dern wir, dass aus einem winzigen Fehler in der Produk­tion später ein großes Problem auf dem Feld wird. So machen wir jeden Tag Dinge besser.

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Feste Mitar­bei­tende

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Quadrat­meter
Produk­ti­ons­fläche

Gleich­zeitig stehen wir perma­nent im Wett­be­werb. Wir sind zwar ein John Deere eigenes Werk, aber da wir die Kompo­nenten an andere Werke schi­cken, agieren wir wie ein externer Zulie­ferer. Das bedeutet, dass wir bei Qualität, Kosten und Liefer­fä­hig­keit auch genauso aufge­stellt sein müssen, wie diese. Wir bekommen keinen Bonus, nur weil wir zum glei­chen Unter­nehmen gehören. Das ist anspruchs­voll, hilft uns aber dabei, die Ferti­gung immer weiter zu opti­mieren.

Wie schaffen Sie es denn, die Produk­tion ständig besser zu machen?

Wir inves­tieren zum Beispiel in hoch­mo­derne Tech­no­lo­gien. Für das Schneiden der Metall­teile haben wir zuletzt neue Laser­schneid­ma­schinen gekauft. Die sind so schnell und effi­zient, dass wir nur vier statt acht brau­chen, und trotzdem weniger Mate­ri­al­ver­lust haben. Bei den Front­la­dern setzen wir schon seit vielen Jahren auf eine voll­au­to­ma­ti­sierte Ferti­gungs­linie, bei der die einzelnen Kompo­nenten von Robo­tern in immer glei­cher Qualität geschweißt werden.

Auch beim Lackieren gehen wir neue Wege und haben ein Verfahren entwi­ckelt, dass bei John Deere in Europa einzig­artig ist: wir beschichten die Kompo­nenten mit elek­tro­sta­tisch aufge­la­denem Farb­pulver und „backen“ daraus bei 200 Grad die robuste und lang­le­bige Lackie­rung in perfektem John Deere Grün.

Die Bauteile werden mit elek­tro­sta­tisch aufge­la­denem Pulver­lack beschichtet und anschlie­ßend bei 200 Grad einge­brannt.

Bei der Herstel­lung von Front­la­dern schweißen Roboter die Bauteile jedes Mal nach denselben hohen Stan­dards.

Auto­ma­ti­sierte Laser­schneid­ma­schinen gewähr­leisten Präzi­sion und Prozess­wie­der­hol­bar­keit …

… und gewähr­leisten durch opti­mierte Zuschnitte eine maxi­male Mate­ri­al­ef­fi­zienz.

Wir haben viel über Technik gespro­chen. Was ist mit den Menschen – den Mitar­bei­tenden im Werk Arc-Lès-Gray?

Ich kann heute mit Stolz sagen, dass wir bei der internen Umfrage in den Berei­chen Enga­ge­ment der Mitar­bei­tenden, Sicher­heit und Nach­hal­tig­keit zum besten Werk in Europa gewählt wurden. Der Weg dahin war lang, die Trans­for­ma­tion hat schon vor unge­fähr 15 Jahren ange­fangen.

Was hat sich seitdem verän­dert?

Eigent­lich alles. Als wir ange­fangen haben, hatten wir zwei Ziele: das Werk produk­tiver und die Mitar­bei­tenden zufrie­dener zu machen. Natür­lich gehören zum ersten Schritt moderne Maschinen, Auto­ma­ti­sie­rung und neue Prozesse. Aber am wich­tigsten war und ist uns immer, alle Kolle­ginnen und Kollegen mitzu­nehmen und sie für die Verän­de­rung zu begeis­tern.

Wir haben die Monta­ge­linie beispiels­weise nach dem Visual-Factory-Konzept umge­staltet. Da gibt es eine maxi­male Lager­höhe, sodass sich immer alle gegen­seitig sehen und mitein­ander spre­chen können. Der Boden wird frei­ge­halten und jedes Werk­zeug hat seinen festen Platz. Niemand muss sich bücken oder Dinge suchen. Die Teams kommu­ni­zieren besser, haben mehr Klar­heit, mehr Sicher­heit und über­nehmen Verant­wor­tung. Ich denke, diese kultu­relle Verän­de­rung ist die wich­tigste von allen, und wir sehen, dass sie wirkt. Wir sind über­zeugt davon, dass gute Qualität nur dort entsteht, wo die Menschen mit Über­zeu­gung arbeiten.

Das John Deere Team von Arc-Lès-Gray.

Sie sind täglich im Werk unter­wegs. Was macht Sie beson­ders stolz?

Mich macht stolz, dass wir alle an einem Strang ziehen, um John Deere Maschinen zu bauen, die Kunden täglich auf dem Feld nutzen. Unsere Kunden verlassen sich darauf, dass wir eine gute Arbeit machen. Und das tun wir.