Haig Hamilton aus East Lothian gehört zu den Landwirten, die sich früh mit Präzisionslandwirtschaft auseinandergesetzt und konsequent weitergedacht haben. Gemeinsam mit seinen Eltern bewirtschaftet er einen Familienbetrieb mit 364 ha Getreide. Zusätzlich führt er noch einen eigenen Betrieb, Hamilton of West Fortune mit acht Mitarbeitern und 255 ha Kartoffeln. Bei so viel Fläche kommt es auf jeden Arbeitsschritt an. Gute Maschinen sind wichtig, doch wichtiger ist für Hamilton, dass sie zuverlässig zusammenarbeiten.
Den ersten Aha-Moment erlebte der Landwirt 2003 in Australien. Auf einem Feld fielen ihm besonders gerade Reihen und gleichmäßige Bestände auf. Als Hamilton den Landwirt danach fragte, nahm dieser ihn mit in die Traktorkabine und zeigte ihm das Lenksystem. „Es war unglaublich“, erinnert er sich.
Zurück in Schottland wusste er genau, was er wollte. Bei seinem örtlichen Vertriebspartner Thomas Sheriffs fragte er als Erstes nach automatischer Lenkung und erfuhr, dass die Markteinführung in Großbritannien kurz bevorstand. Die erste Vorführung in Großbritannien fand auf einer stillgelegten Start- und Landebahn statt. Viel Überzeugungsarbeit brauchte es nicht. Schon bald testete die Familie eine Maschine mit automatischer Lenkung und kaufte sie noch in derselben Saison.
Was Hamilton sofort überzeugte, war die Präzision. Wer lange Tage auf dem Feld verbringt, weiß, wie anstrengend konzentriertes Fahren sein kann. „Es gibt viele Ablenkungen, beispielsweise durch das Mobiltelefon und Ähnliches, doch durch das Lenksystem wurde die Arbeit viel einfacher.“
Es macht das Leben einfach so viel einfacher, nicht nur für mich, sondern auch für den Fahrer.
Haig Hamilton

Am Ende zählten vor allem die Einsparungen. Damals arbeitete der Betrieb mit 24-m Fahrgassen, stellte aber Abweichungen von 1,2 bis 1,5 m fest. Mit dem neuen System stieg die Genauigkeit und damit der Ertrag, die Qualität und die Effizienz bei der Arbeitserledigung. Hamilton schätzt den Effekt auf Kosten und Arbeitsaufwand pauschal auf 5 bis 7 %.
Vom Einzelsystem zur vernetzten Flotte
Heute ist automatische Lenkung auf Hamiltons Betrieb keine Besonderheit mehr, sondern Standard. „Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung haben wir ständig Upgrades durchgeführt, und mittlerweile ist das System auf sämtlichen Maschinen installiert.“ Der entscheidende Schritt sei gewesen, alle Komponenten miteinander zu verbinden: „Es macht das Leben so viel einfacher, nicht nur für mich, sondern auch für den Fahrer.“

Zum Fuhrpark gehören acht John Deere Traktoren. Die Sämaschine ist mit einer passiven Anbaugeräte-Lenkung ausgestattet, und die Maschinen zur Kartoffelpflanzung sowie -pflege verfügen eine aktive Anbaugeräte-Lenkung. Auch die Agri-Fac Spritze sowie der Claas Mähdrescher und der selbstfahrende Grimme Kartoffelroder arbeiten mit dem John Deere Lenksystem, Konnektivität, und ggf. Ertragskartierung.
Für das Team ist die Arbeit mit den Systemen inzwischen selbstverständlich. Der Einstieg war jedoch nicht für alle leicht. „Wie bei jedem neuen System kann es für die Mitarbeiter schwierig sein, sich umzustellen“, erklärt Hamilton. Wer die Maschinen bedienen wollte, musste sich auf die neue Technik einlassen. Jüngere, technikaffine Mitarbeiter nahmen die Veränderung schnell an. Ältere Teammitglieder waren zunächst zurückhaltender. Doch als Hamilton die Einsparungen erklärte und die Genauigkeit beim Auflaufen der Bestände sichtbar wurde, wuchs die Akzeptanz.
Warum guter Service den Unterschied macht
Mehr Präzision bedeutet nicht, dass der Fahrer weniger wichtig wird. Im Gegenteil: Das System nimmt Routinearbeit ab und verschafft dem Fahrer mehr Zeit, die Maschine optimal einzustellen. „Ein guter Fahrer ist nicht nur ein Bediener, sondern jemand, der auch dann weitermacht, wenn etwas schiefgeht“, sagt Hamilton. „Schließlich gibt es viele bewegliche Teile, nicht nur die Lenkung.“

Ebenso wichtig ist für ihn die Nähe zum Vertriebspartner. Hamilton arbeitet eng mit Thomas Sheriffs zusammen und sagt: „Zu wissen, dass wir Unterstützung haben, macht das Leben einfach leichter.“ Denn neue Technik bringt fast immer Anlaufschwierigkeiten mit sich. Deshalb schätzt Hamilton den Support und die Schulungen seines Vertriebspartners besonders. Auffrischungskurse vor der Hochsaison helfen dem Team, Änderungen und Upgrades rechtzeitig kennenzulernen.
Zu viele Menschen blicken nicht in die Zukunft und bleiben auf der Strecke.
Haig Hamilton
„Zwischen den Einsätzen der Systeme kann viel Zeit vergehen, und von einer Saison zur nächsten kann sich vieles ändern“, erklärt er. „Wir nehmen alle Mitarbeiter zu den Veranstaltungen mit. Wir setzen uns gemeinsam an einen Tisch und besprechen alles. Bei Bedarf lassen sich Updates und Upgrades unkompliziert installieren. Und falls doch einmal ein Problem auftritt, kann sich der Support einloggen und uns Schritt für Schritt durch die Lösung führen.“
Weniger Aufwand, mehr Überblick
Für Hamilton ist Präzision der Schlüssel, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch mit Blick auf Nachhaltigkeit. Über die John Deere Operations Center App auf dem Smartphone verfolgt er den Fortschritt auf dem gesamten Betrieb. Aussaatmengen, Erträge in Echtzeit und Kraftstoffverbrauch sind jederzeit abrufbar. „Es ist wirklich hervorragend. Man sieht, dass man weniger Dünger, Kraftstoff und Arbeitskraft benötigt, was den CO₂-Fußabdruck verringert, es ist das Gesamtpaket.“
Am meisten bringt ihm nicht eine einzelne Lösung, sondern das Zusammenspiel der gesamten Smart Farming-Palette. Im Kartoffelanbau wird das System inzwischen bei jedem Arbeitsschritt eingesetzt: vom Entsteinen, der Bodenbearbeitung, dem Anhäufeln und Pflanzenschutz bis zur Ernte. „Jedes einzelne Element ist gut, aber als Gesamtpaket gefällt es mir viel besser. Die Möglichkeit, anhand von Ertrags- und Felddaten variable Ausbringmengen zu berechnen, ist von unschätzbarem Wert.“
In diesem Jahr will das Team Anhänger parallel zu den Kartoffelrodern einsetzen, um die Ernte zu beschleunigen. Hamilton bleibt neugierig: „Ich probiere gerne verschiedene Ideen aus. Die Art und Weise, wie sich die Technologie in den letzten sechs oder sieben Jahren weiterentwickelt hat, war wirklich phänomenal.“

Sein Blick geht dabei klar nach vorn. „Zu viele Menschen blicken nicht in die Zukunft und geraten ins Hintertreffen. Zunächst ist das zwar eine große Investition, aber wenn man die Kosteneinsparungen insgesamt betrachtet, lohnt es sich. Wenn Ihre Kosten für Arbeitskräfte, Saatgut und Dünger beispielsweise 100.000 £ (ca. 117 000 €) betragen und Sie jährlich 5 % einsparen, ergibt das über vier Jahre hinweg 20.000 £ (ca. 23.400 €). Es geht darum, die Weitsicht zu haben und so weit wie möglich im Voraus zu planen.“
Die Technologie entwickelt sich ständig weiter, also arbeiten Sie damit. Solange Sie genau verstehen, wie das Ganze funktioniert, wird es auch für Sie funktionieren. Es geht darum, sich das Leben einfacher zu machen und präziser zu arbeiten.
Haig Hamilton
Skepsis werde es immer geben, sagt Hamilton. Entscheidend sei, sie gemeinsam mit dem Vertriebspartner Schritt für Schritt abzubauen. Und wird Technik irgendwann Menschen ersetzen? Hamilton glaubt das nicht. „Autonome Technologien sind auf dem Vormarsch, aber man wird immer Fahrer brauchen, um die Maschinen zu bedienen. Und KI kann nicht reparieren.“
Sein Rat an andere Betriebe ist einfach: „Man muss mit der Zeit gehen und den Blick in die Zukunft richten. Die Technologie entwickelt sich ständig weiter, also arbeiten Sie damit. Solange Sie genau verstehen, wie das Ganze funktioniert, wird es auch für Sie funktionieren. Es geht darum, sich das Leben einfacher zu machen und präziser zu arbeiten.“
Betriebsinfos Haig Hamilton
- Landwirt: Haig Hamilton
- Standort: East Lothian, Schottland
- Fläche: 619 ha
- Fruchtarten: Getreide und Kartoffeln
- Maschinen: 8 Traktoren, Agri-Fac Spritze, Claas Mähdrescher, Grimme Kartoffelroder sowie Zusatzausrüstung für den Kartoffelanbau
- Mitarbeiter: 8 Teammitglieder



