Auf Rundballenpressen kommt es in der Erntezeit an: kurze Zeitfenster erfordern schnelles und zuverlässiges Arbeiten. Landwirte müssen dabei stets die Betriebskosten im Blick behalten, um wirtschaftlich nachhaltig zu arbeiten. Eine Rundballenpresse ist daher kein einfaches Saisonprodukt, sondern eine Maschine, auf die es in einem kurzen Zeitraum massiv ankommt. Mit diesem Wissen werden sie in dem John Deere Werk in Arc-Lès-Gray gebaut. Hier entstehen die Serien M und R, ausgeführt mit fester oder variabler Kammer, zudem auch die Kombipressenmodelle C mit fester oder variabler Kammer und integriertem Wickler.
Entdecken Sie die Ballenpressen-Produktion
Fast 80 Prozent der Pressen werden vor Mitte April ausgeliefert, die Hauptproduktionszeit liegt zwischen November und März. Höchste Qualität, Präzision und ausführliche Tests sorgen für den verlässlichen Einsatz im Feld.

Stundenlanges Schweißen
Nach dem Schneiden und Biegen der Metallteile folgt das Schweißen. Der Rahmen ist das größte Bauteil einer Rundballenpresse und benötigt viel Zeit zum Schweißen.
Hätten Sie’s gewusst?
Wie lange dauert das Schweißen des Rahmens der Kombipresse?
Auflösung:
Das Schweißen des größten Bauteils der Ballenpresse dauert einen ganzen Arbeitstag – schließlich geht es bei jeder Schweißnaht um höchste Qualität.

Ab in die Ballenkammer
Der Rotor transportiert das Erntegut später in die Ballenkammer. Abhängig vom Modell und der Schnittlänge der Presse verfügt der Rotor über mehr oder weniger Rotorzinken. Um den Rotor für den anspruchsvollen Einsatz perfekt vorzubereiten, werden die Zinken von einem automatisierten Roboter geschweißt. So ist jede Schweißnaht exakt gleich und hält verlässlich.
Hätten Sie’s gewusst?
Wieso haben verschiedene Modelle unterschiedlich viele Rotorzinken?
Auflösung:
Die Anzahl der Rotorzinken hängt davon ab, wie lang das Erntegut geschnitten werden soll. Je kürzer die Schnittlänge, desto mehr Rotorzinken sind erforderlich.

Jetzt wird montiert
Nach dem Schweißen und Lackieren werden die Bauteile in die Endmontage gebracht und montiert. Hier sieht man den Rotor, an den seitlich Förderschnecken geschweißt wurden. Darunter wird später der Pickup montiert, der mit seinen Zinken den Schwad vom Feld aufnimmt.
Hätten Sie’s gewusst?
Welche Aufgabe haben Pickup und Rotor bei der Ballenpresse?
Auflösung:
Der Pickup, die rotierenden Zinkenreihe, nimmt das Erntegut vom Feld auf. Der Rotor zieht es ein und fördert es kontrolliert in die Ballenkammer weiter, sodass diese gleichmäßig arbeitet.

Vierfache Produktion
In Arc-Lès-Gray gibt es vier Produktionslinien: für Ballenpressen mit fester Kammer, die R-Serie mit variabler Kammer, die M-Serie mit variabler Kammer, und eine für Ballenpressen mit Wickelfunktion. Für letztere werden die jeweiligen Ballenpressen am Ende der Produktionslinie entnommen und in die Linie mit den Wicklern gebracht.

Am Ende wird’s ernst
Jede Ballenpresse wird am Ende der Produktionslinie in einer Teststation knapp zwei Stunden lang auf Herz und Nieren geprüft. Dabei muss die Ballenpresse bestimmte Normwerte erfüllen, um das Werk verlassen zu dürfen.
Hätten Sie’s gewusst?
Was wird bei allen Ballenpressen am Ende der Produktion überprüft?
Auflösung:
Alle Ballenpressen müssen den Test ihrer Hydraulik, Elektronik und der Temperatur (keine Überhitzung) bestehen.

Perfekt gewickelt
Bei Kombipressen wird zudem der Wickler getestet, da es sich dabei um einen komplexen Vorgang handelt: der Wickeltisch dreht den Ballen, die Wickelarme bringen dabei in mehreren Lagen die Folie auf und das Messer schneidet diese exakt ab. Neben der Schnelligkeit ist wichtig, dass der Wickelprozess perfekt getaktet wird, sodass direkt der nächste Ballen verarbeitet werden kann.
Hätten Sie’s gewusst?
Der Wickler von John Deere ist einer der schnellsten auf dem Markt. Mit viel Umdrehungen pro Minute dreht sich der Wickler?
Auflösung:
Der Wickler dreht sich mit ganzen 40 Umdrehungen pro Minute. Höchste Geschwindigkeit für mehr Ballen in weniger Zeit.
Entdecken Sie das Werk Arc-Lès-Gray
Jean-Michel Petit leitet das John Deere Werk in Arc-Lès-Gray. Dort entstehen Rundballenpressen, Frontlader und Komponenten für andere John Deere Fabriken. Im Interview erklärt er, wie das Werk mit einer modernen Fertigung, zufriedenen Mitarbeitenden und ständiger Verbesserung den größten Nutzen für Kunden erreicht.
Die Arbeit erleichtern
Neben den Prüfungen am Ende der Produktion werden in Arc-Lès-Gray beschleunigte Lebensdauertests, Feldtests und Softwaretests durchgeführt. Gerade letztere spielen eine immer wichtigere Rolle. Denn moderne Rundballenpressen erfassen selbst Daten und arbeiten zudem smart mit dem John Deere Traktor zusammen. Mit TBA (Tractor Baler Automation) beispielsweise weist die Ballenpresse den Traktor an, anzuhalten, sobald der Ballen fertig gepresst ist, und die Traktorhydraulik öffnet und schließt die Klappe, um den Ballen automatisch abzuladen. Solche Smart-Farming-Funktionen erleichtern Landwirten die Arbeit: weniger manuelle Eingriffe, gleichmäßige Arbeitsgeschwindigkeit und volle Kontrolle über die Ballenqualität.
Daten schaffen zudem mehr Transparenz und Planbarkeit. Mit Smart Baling erfasst die Ballenpresse Feuchtigkeit, Ballenzahl, Abwurfposition und Netz- und Folienlagen. In Kombination mit Maschinen- und Verbrauchsdaten ergibt sich ein genaues Bild über Produktivität und die Total Cost of Operation. Betriebe können sich auf eine saubere Datengrundlage verlassen.