„Sei­ne Kos­ten ken­nen und sich fokus­sie­ren“

Char­lie Mor­gan, Direk­tor der bri­ti­schen Grün­land­be­ra­tungs­fir­ma Grass­mas­ter Ltd, gibt Tipps für die opti­ma­le Grün­land­be­wirt­schaf­tung.

Die opti­ma­le Grün­land­be­wirt­schaf­tung hängt von den jewei­li­gen Umwelt­be­din­gun­gen ab. Aber was sind die grund­sätz­li­chen Din­ge, die man beach­ten soll­te?

Um best­mög­li­chen Gras­wuchs zu errei­chen, braucht der Boden aus­rei­chend Nähr­stof­fe: Min­des­tens 16-25 mg/l Phos­phat und 120-180 mg/l Kali. Der pH-Wert des Bodens soll­te zwi­schen 6 und 6,5 lie­gen und sobald die­se Bedin­gun­gen her­ge­stellt sind, kön­nen die Erzeu­ger Mikro­nähr­stof­fe in Betracht zie­hen, um die Effi­zi­enz wei­ter zu stei­gern. Nach dem Abgra­sen oder der Sila­ge­ern­te soll­te Stick­stoff ein­ge­bracht wer­den. Zusätz­lich sind eine gute Boden­struk­tur und der Gehalt orga­ni­scher Sub­stan­zen aus­schlag­ge­bend. Durch die­se Fak­to­ren wird das Wur­zel­wachs­tum akti­viert und die Was­ser­hal­te­ka­pa­zi­tät des Bodens ver­bes­sert. Auch wenn bei jedem Ein­griff in den Boden Nähr­stof­fe ver­lo­ren gehen, ist fla­ches Pflü­gen immer noch die am bes­ten geeig­ne­te Form der Boden­be­ar­bei­tung, da so Unkräu­ter ent­fernt wer­den kön­nen.

Wel­che Aus­wahl an Gras­sor­ten eig­net sich für die jewei­li­ge Regi­on am bes­ten?

Für feuch­te­re Regio­nen ist Wei­del­gras unüber­trof­fen. Liesch­gras, Knäu­el­gras und Schwin­gel sind hin­ge­gen für tro­cke­ne­re Regio­nen geeig­net. Eini­ge neue Hybrid­sor­ten wur­zeln bes­ser, sind resis­ten­ter gegen Tro­cken­heit und win­ter­hart. Dadurch sind sie bes­ser für wech­sel­haf­te Kli­ma­be­din­gun­gen geeig­net. Sila­ge­wie­sen soll­ten alle fünf Jah­re nach­ge­sät wer­den, wäh­rend Wei­de­flä­chen, je nach der gewähl­ten Arten­zu­sam­men­set­zung, mehr als 10 Jah­re über­dau­ern kön­nen. Bei sorg­fäl­ti­ger Bewirt­schaf­tung kön­nen Grün­land­flä­chen 20-30 Jah­re bestehen.

Wie sieht es mit der Grün­land­be­wirt­schaf­tung aus?

Der Schlüs­sel zu guter Grün­land­be­wirt­schaf­tung ist, zu ver­ste­hen, wie eine Pflan­ze wächst. Sie soll­te im opti­ma­len Ent­wick­lungs­sta­di­um zurück­ge­schnit­ten wer­den, mit aus­rei­chend ver­blei­ben­der Blatt­mas­se, damit sie schnell nach­wach­sen kann. Umtriebs­wei­den oder tur­nus­mä­ßi­ges Mähen kön­nen die Gra­ser­trä­ge um 20-50% stei­gern. Land­wir­te in Groß­bri­tan­ni­en soll­ten ihre Kühe bei 2.000-2.200 kg TM/ha auf die Wei­de las­sen, und sie die­se bis auf 1.500-1.700 kg TM/ha abfres­sen las­sen.

Den Kühen soll­te die für ihren Bedarf nöti­ge Flä­che zuge­wie­sen wer­den und sie soll­ten alle 12-24 Stun­den auf fri­sches Wei­de­land kom­men.

Flä­chen mit mehr als 2.700 kg/ha soll­ten zur Sila­ge genutzt wer­den. Land­wir­te soll­ten die Wuchs­ra­ten ihrer Gras­flä­chen regel­mä­ßig kon­trol­lie­ren, um einen ent­spre­chen­den Rota­ti­ons­plan ent­wi­ckeln zu kön­nen. Den Kühen soll­te die für ihren Bedarf nöti­ge Flä­che zuge­wie­sen wer­den und sie soll­ten alle 12-24 Stun­den auf fri­sches Wei­de­land kom­men. Auch für hei­ße­re, tro­cke­ne­re Kli­ma­be­din­gun­gen gilt das Rota­ti­ons­prin­zip, aller­dings müs­sen hier die Zeit­in­ter­val­le län­ger sein. Ent­schei­dend ist immer, dass man sei­ne Kos­ten kennt und sich auf das kon­zen­triert, was man am bes­ten kann.