ErntemaschinenDer Mähdre­scher kann mehr

High­tech auf dem Feld – und trotzdem bleibt Poten­zial unge­nutzt? Viele Land­wirte inves­tieren in moderne Maschinen, setzen aber nur einen Teil der digi­talen Möglich­keiten ein. John Deere will seinen Kunden helfen, das Beste aus ihren Maschinen heraus­zu­holen.

GPS-gestützte Spur­füh­rung, Ertrags­kar­tie­rung, auto­ma­ti­sche Einstel­lungen während der Fahrt: Moderne Mähdre­scher könnten deut­lich mehr leisten, als oft abge­rufen wird. „Wir sehen, dass wich­tige Funk­tionen, die fest im Mähdre­scher verbaut sind, im Alltag nicht genutzt werden“, sagt Giulio Tosato, verant­wort­lich für die Abläufe für den Kunden­er­folg bei John Deere in Europa. Die Gründe dafür sind viel­fältig – Zeit­druck, fehlende Schu­lung oder auch fehlendes Bewusst­sein. Die Folge: Technik, die bezahlt wurde, bringt nicht den Mehr­wert, den sie eigent­lich liefern könnte.

Ein Beispiel ist das frühere System Combine Advisor: „Nur etwa die Hälfte der Kunden, die das System hatten, hat es auch genutzt“, berichtet Jona­than Edwards, Go-to-Market-Manager für Mähdre­scher bei John Deere. Dabei war der Nutzen deut­lich messbar: präzi­sere Einstel­lungen, weniger Verluste, ein effi­zi­en­terer Ernte­pro­zess. John Deere hat aus dieser Erfah­rung gelernt:

Mit einem struk­tu­rierten Ansatz will das Unter­nehmen gemeinsam mit seinen Vertriebs­part­nern die Kunden nun so unter­stützen, dass sie neue Tech­no­lo­gien nutz­brin­gend einsetzen und so ihre Produk­ti­vität stei­gern können.

Viele Land­wirte nutzen das John Deere Opera­tions Center bereits, aller­dings nicht immer konse­quent.

Die Ernte beginnt im Büro

Viele Land­wirte arbeiten bereits mit dem John Deere Opera­tions Center – aller­dings nicht immer konse­quent. „Manche Betriebe haben dort nur eine einzige Grenze für ihren gesamten Betrieb hinter­legt“, berichtet Jona­than Edwards. „Damit kann man keine zuver­läs­sigen Ertrags­karten erstellen, keine auto­ma­ti­sierte Spur­füh­rung nutzen – und verschenkt schlicht Ertrag.“

Wer aller­dings im Vorfeld korrekte Feld­grenzen im Opera­tions Center anlegt, spart in der Ernte kost­bare Minuten. Der Mähdre­scher lädt auto­ma­tisch die rich­tigen Schlag­in­for­ma­tionen und Aufgaben, während er aufs Feld fährt. „Wir wollen, dass diese Vorar­beit zur Selbst­ver­ständ­lich­keit wird“, so Giulio Tosato. Die rich­tige Vorbe­rei­tung erleich­tert die Entschei­dungen im Feld und führt zu besseren Ernte­er­geb­nissen.

Mit Machine Sync steuert der Mähdre­scher den Traktor beim Entladen während der Fahrt-Geschwin­dig­keit und Posi­tion werden auto­ma­tisch abge­stimmt. Das redu­ziert Verluste, erhöht den Komfort und sorgt für ein ruhi­geres Arbeiten. „Machine Sync ist tech­nisch ausge­reift und auch für ältere Mähdre­scher verfügbar – viele wissen das nur nicht“, sagt Jona­than Edwards.

Bereits bei diesen Basis­tech­no­lo­gien setzt der Kunden­er­folgs-Ansatz an: Dafür unter­stützt John Deere seine Kunden gezielt über das Händ­ler­netz­werk – mit praxis­naher Bera­tung und Schu­lungen. Einfache Lizenz­mo­delle machen zudem die Kosten der digi­talen Tools trans­pa­renter und erschwing­li­cher.

Schritt für Schritt

Mit dem Arbeits­plan lädt der Mähdre­scher auto­ma­tisch die rich­tigen Schlag­daten und Aufgaben, während die Maschine aufs Feld fährt.

Die konse­quente Nutzung dieser Grund­lagen schafft die Basis für neue Tech­no­lo­gien – etwa im aktu­ellen S7-Mähdre­scher, der 2025 auf den Markt kam. Bei diesen Modellen setzt John Deere auf ein Zusam­men­spiel mehrerer intel­li­genter Systeme, die die Ernte deut­lich effi­zi­enter machen.

Eine dieser Inno­va­tionen ist die voraus­schau­ende auto­ma­ti­sche Geschwin­dig­keits­re­ge­lung (PGSA): Der Mähdre­scher analy­siert mithilfe von Kameras und Satel­li­ten­bil­dern die Biomasse vor dem Schneid­werk und passt seine Geschwin­dig­keit voraus­schauend an. Das System erkennt Lager­ge­treide, abge­ern­tete Bereiche oder Schwan­kungen im Bestand und reagiert früh­zeitig. Ergänzt wird PGSA durch die auto­ma­ti­sche Ernte­ein­stel­lung (HSA).

Statt wie früher Ziel­werte einzu­stellen, defi­nieren Nutzer nun Tole­ranz­grenzen – etwa maxi­male Verluste oder Bruch­korn­an­teile. Der Mähdre­scher opti­miert seine Einstel­lungen auto­ma­tisch, um inner­halb dieser Grenzen zu bleiben.

In einem groß­an­ge­legten Praxis­test mit 29 Mähdre­schern vom Typ S7 auf 3.571 ha konnte John Deere eine Produk­ti­vi­täts­stei­ge­rung von 20 % nach­weisen – oder wie Jona­than Edwards es formu­liert: „Das entspricht einem freien Erntetag alle fünf Tage“. Gleich­zeitig stieg die Kraft­stoff­ef­fi­zienz um 10 % und durch die auto­ma­ti­sierte Verlust­re­ge­lung blieben mehr Körner in der Maschine.

Technik allein reicht nicht

Doch auch mit den besten Auto­ma­ti­sie­rungs­funk­tionen gilt: Entschei­dend ist nicht nur die Technik, sondern wie sie im Alltag ange­wendet wird. „Viele Mähdre­scher werden nicht vom Besitzer gefahren, sondern von Saison­ar­beits­kräften. Diese Fahrer bringen zwar viel Praxis mit, erhalten aber nicht immer eine gezielte Einwei­sung in die digi­tale Technik“, sagt Giulio Tosato. Gerade hier sieht er großes Poten­zial: „Wenn wir es schaffen, auch diese wech­selnden Teams früh­zeitig mitzu­nehmen und zu schulen, dann entfalten unsere Systeme ihr volles Poten­zial – unab­hängig davon, wer am Lenkrad sitzt.“ Der Kunden­er­folgs-Ansatz setzt daher auf klare Über­gaben, leicht zugäng­liche Schu­lungen und beglei­tende Check-ins vor, während und nach der Saison.

Vom Verkäufer zum Begleiter

Ziel ist ein syste­ma­ti­scher Wandel: weg von einma­ligen Verkaufs­ab­schlüssen hin zu einer dauer­haften, part­ner­schaft­li­chen Beglei­tung über den gesamten Lebens­zy­klus eines Mähdre­schers hinweg. Im Fokus steht dabei nicht die Technik an sich, sondern ihr indi­vi­du­eller Nutzen im Arbeits­alltag. Deshalb hat John Deere gemeinsam mit seinen Vertriebs­part­nern neue Struk­turen geschaffen, um Land­wirte noch gezielter zu unter­stützen – vom Kauf über den Einsatz bis zur Weiter­ent­wick­lung ihrer Prozesse. „Kunden­er­folg ist keine Marke­ting­idee – es geht darum, gemeinsam mit unseren Kunden mess­baren Mehr­wert zu schaffen: für ihre Ernte, ihre Abläufe und ihren Betrieb insge­samt“, bringt es Giulio Tosato auf den Punkt.

Kunden­er­folg bedeutet, gemeinsam mit unseren Kunden mess­baren Mehr­wert zu schaffen: für ihre Ernte, ihre Arbeits­ab­läufe und ihren gesamten Betrieb.

Giulio Tosato

Die Digi­ta­li­sie­rung der Land­wirt­schaft ist kein Selbst­läufer. Doch wer die Grund­lagen richtig umsetzt, schafft die Basis für echte Auto­ma­ti­sie­rung. Mit Systemen wie PGSA und HSA lassen sich so nicht nur Flächen schneller ernten, sondern auch Verluste senken und Betriebs­kosten redu­zieren. Oder wie Jona­than Edwards sagt: „Die Technik kann Groß­ar­tiges leisten. Aber nur, wenn man sie auch nutzt.“