Landwirtschaftliche
Beschäftigung in der EU im Vergleich
2015
2024

*In Vollzeitäquivalenten pro Jahr

*In Vollzeitäquivalenten pro Jahr
Bei einer relativ stabil bleibenden Nutzfläche von ca. 157 Mio. ha
Im Vergleich zu 2025 fehlen rund
2.000.000
nicht entlohnte Arbeitende.
Trotz Fachkräftemangel ist die Zahl der entlohnten Beschäftigten stabil. Der Engpass entsteht bei der „verdeckten Arbeitskraft“, die schwindet.
Das führt zu mehr Konkurrenz um qualifizierte Arbeitskräfte auf dem landwirtschaftlichen Arbeitsmarkt.
Quelle: Eurostat
Rückgang der Beschäftigungszahlen

Das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung prognostiziert bis 2035 einen weiteren Rückgang der Beschäftigtenzahlen im europäischen „grünen Sektor“ ca. um
0%
Herausforderung Arbeitskräftegewinnung in der Landwirtschaft

52%
der geplanten Einstellungen in Frankreich werden von den Arbeitgebenden als schwierig eingeschätzt.
Quelle: France Travail, 2024

63%
der Arbeitgebenden in Großbritannien
haben Schwierigkeiten, bestimmte Stellen
zu besetzen.
Quelle: University of Exeter, 2022

39,8%
der offenen Stellen im Bereich Land-, Forst-, Tierwirtschaft und Gartenbau in Deutschland haben keinen passend qualifizierten Arbeitslosen.
Quelle: Thiedemann, 2024 (Daten von 2023)
Hürde bei der Nachwuchsgewinnung
Weniger Verdienst
Im Jahr 2020 verdienten landwirtschaftliche Beschäftigte weniger als der Durchschnitt aller Wirtschaftssektoren.
minus 30% in Frankreich
minus 29% im Vereinigten Königreich
minus 35% in Italien
Quelle: Internationale Arbeitsorganisation, Arbeitskräfteerhebung – LFS 2020
Körperliche Beschwerden
Mehr als jeder zweite landwirtschaftliche Beschäftigte leidet unter körperlichen Beschwerden. Das ist ein Spitzenwert unter allen Berufsgruppen.

55 % klagen über Schmerzen in den Armen
57 % klagen über Rückenschmerzen
46 % haben Schmerzen in den Beinen
Quelle: 6. Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen
Wochenarbeitszeit
Im Jahr 2024 wiesen die qualifizierten Arbeitskräfte in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei die höchste durchschnittliche Wochenarbeitszeit in der EU auf.
Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei
42,1 Stunden
Führungskräfte
40,9 Stunden
Soldaten
39,9 Stunden
Quelle: Eurostat
Strukturwandel trifft Generationenwechsel
Entwicklung der durchschnittlichen landwirtschaftlich genutzten Betriebsfläche (in % Veränderung)

Alter der Betriebsleitenden in der EU im Jahr 2020
Über 55 Jahre
57,6%
Unter 40 Jahre
12%
Viele Betriebsleitende gehen bald in Ruhestand – das fördert Flächenkonzentration und erhöht den Bedarf an Arbeitskräften.
Weniger Nachwuchs aus landwirtschaftlichen Familien – und damit ein stärkerer Wettbewerb mit anderen Branchen bei der Gewinnung junger Talente.
Teilweise kompensierter Mangel durch
Schlagkraft
Neuzulassungen von Traktoren zwischen 2018 und 2022

-24,4 %
unter 100 PS

+52,6 %
150–199 PS
Quelle: Frankreich (Axema; CGDD)
Weniger Überfahrten
reduzierte Bodenbearbeitung
2001
21%
2017
47%
Quelle: Frankreich Axema; CGDD
Agrardienstleister
Auslagerung von Arbeiten
0%
der landwirtschaftlichen Arbeiten in der EU führen Lohnunternehmen aus – bei bestimmten Erntearbeiten sogar bis zu
90%
Quelle: Schätzungen der CEETTAR – Europäischer Dachverband der Lohnunternehmen
Ansätze, um die Landwirtschaft als Arbeitgebenden attraktiver zu machen

Politische und institutionelle Maßnahmen
- Förderprogramme für Neueinstellungen
- Steuervorteile für Beschäftigung im ländlichen Raum

Ausbildung und Qualifizierung
- Praxisorientierte Kurzschulungen (auch zu neuen Technologien)
- Stärkere Förderung betrieblicher Ausbildung

Arbeitsbedingungen und Betriebskultur
- Einsatz ergonomischer Technik
- Schulungen für Betriebsleitende in moderner Personalführung.

Ländliche Entwicklung und Image des Berufs
- Lokale Angebote bündeln: Kinderbetreuung, Wohnen, Mobilität
- Kampagnen zur Wertschätzung landwirtschaftlicher Berufe
